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„Die Entwicklung geht in die richtige Richtung!“

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Interview mit der Weltranglistensiebten Juliane Schenk

So gut, wie aktuell, war Vize-Europameisterin Juliane Schenk (SG EBT Berlin) nie zuvor in ihrer Karriere am Ende eines Kalenderjahres in der Weltrangliste platziert. Nicht zuletzt diese Tatsache ist ein Anlass, um mit der 28 Jahre alten Spezialistin für Dameneinzel das nunmehr beinahe abgelaufene Jahr Revue passieren zu lassen und zugleich auf 2011 vorauszublicken. DBV: „Juliane, Du wirst in der Weltrangliste derzeit an Position sieben geführt, bist zweitbeste Europäerin hinter Europameisterin Tine Baun aus Dänemark. Ende November und Anfang Dezember standest Du sogar auf Weltranglistenplatz sechs, was persönliche Bestleistung bedeutete. Wie fällt Dein Fazit zu 2010 aus?“

Juliane Schenk (JS): „Insgesamt durchaus positiv, mit einigen Höhepunkten. Das waren sicherlich die German Open, bei denen ich das Finale erreicht habe, der Gewinn der Silbermedaille bei den Europameisterschaften und auch die Dutch Open, bei denen ich in diesem Jahr erstmals den Titel holen konnte. Sicherlich gab es auch einige unglückliche Turnierverläufe, zum Beispiel verliefen die Super Series-Turniere in Dänemark und Frankreich nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber meine Entwicklung geht nach wie vor in die richtige Richtung und das ist mir das Wichtigste. Die gute Weltranglistenposition gibt mir natürlich zusätzlich Motivation für die Zukunft.“ DBV: „Im Mai 2011 beginnt die Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele 2012 in London. Nach Athen 2004 und Peking 2008 strebst Du Deine dritte Olympia-Teilnahme an. Wie präsent ist die Olympiaqualifikation zum jetzigen Zeitpunkt bereits?“

JS: „Mir ist selbstverständlich bewusst, dass es ab Mai zur Sache geht, allerdings stehen bis dahin noch so viele wichtige Ereignisse an, dass die Qualifikation derzeit noch nicht allzu präsent ist. Ich habe aber natürlich mit unserem Sportdirektor und den Trainern schon mehrere Vorgespräche geführt und die Turnierplanung grob besprochen. Wichtig ist eine strategisch clevere Planung, mit intensiven Trainingsphasen zwischendurch, und dass man gesund bleibt, sich fit hält und generell gute Leistungen zeigt.“

DBV: „Welche Turniere stehen für Dich nach dem Weihnachtsurlaub im Vordergrund?“
JS: „Der Fokus richtet sich zunächst auf das Super Series-Turnier Mitte Januar in Malaysia und das Premier Super Series-Turnier Ende Januar in Korea. Mitte Februar steht dann die Mixed-Team-EM in den Niederlanden an, kurz darauf geht es weiter mit den German Open, den All England Open und den Swiss Open, die unmittelbar nacheinander ausgetragen werden.“

DBV: „Zwischendurch schlägst Du außerdem für die SG EBT Berlin, den aktuellen Spitzenreiter in der 1. Bundesliga, auf und präsentierst Dich bei den Deutschen Meisterschaften in Bielefeld den heimischen Fans ...“
JS: „Ja genau, der Terminplan ist relativ eng. Bedenken muss man dabei auch, dass die Reisen nach Asien immer einer Akklimatisierung von ein bis zwei Tagen bedürfen.“

DBV: „Bei einer Mixed-Team-EM konnte der DBV zuletzt im Jahr 2004, in Genf, eine Medaille gewinnen. Schon damals gehörtest Du zum Team. Wie schätzt Du die Chancen der deutschen Mannschaft bei den Titelkämpfen 2011 in den Niederlanden ein?“
JS: „Ich finde es sehr schön zu sehen, dass wir über das gesamte Jahr hinweg sehr gute Erfolge in allen Disziplinen hatten. Das zeigt, dass viel Potenzial vorhanden ist. Für das Team wäre eine geschlossene Mannschaftsleistung wichtig, dass jeder seine Leistung bringt. Es muss bei solch einer Veranstaltung aber auch immer alles zusammen laufen.“

DBV: „Anderthalb Wochen nach der EM werden in Mülheim an der Ruhr die German Open ausgetragen, das für den DBV bedeutsamste Turnier. Für Dich sind die German Open gewissermaßen ein Heimspiel: Du trainierst im dort ansässigen Badminton-Spitzensport-Zentrum und wohnst auch schon seit vielen Jahren in Mülheim. Inwieweit hat das Turnier auch für Dich persönlich einen besonderen Stellenwert?“
JS: „Die German Open sind in jedem Fall ein Highlight. Mein Ziel ist es natürlich auch 2011, mich dabei super zu präsentieren. Das ist mir bislang immer gut gelungen. Die Atmosphäre ist bei den German Open immer besonders schön: Es kommen zum Beispiel viele Fans aus meiner Heimatstadt Krefeld – das ist eine Super-Sache!“

DBV: „Auf Dich scheint die spezielle Atmosphäre in Mülheim in der Tat positiv zu wirken, schließlich warst Du in den vergangenen Jahren bei den German Open stets sehr erfolgreich. 2010 hast Du nach hervorragenden Auftritten sogar erstmals das Finale erreicht. Inwieweit kann ein Turnier vor der eigenen Haustüre aber möglicherweise auch den Druck erhöhen, eine Top- Leistung erbringen zu müssen?“

JS: „Ich denke, man muss das richtige Maß finden. Wichtig ist es sich klar zu machen, dass es eine besonders schöne Situation ist, vor vielen Fans zu spielen, und diese für sich zu nutzen. Die Zuschauer sind präsent, das Haus ist voll – das gibt mir eine Extra-Portion positiven Antrieb. In der Vergangenheit ist es mir immer gut gelungen, mit einer gewissen Lockerheit und Leichtigkeit dort anzutreten. “
DBV: „Du sprachst vorhin bereits die Korea Open, Ende Januar, an: Der Badminton-Weltverband hat zum Jahr 2011 eine neue Turnierkategorie eingeführt, die sogenannten Premier Super Series- Veranstaltungen, die jeweils wenigstens 350.000 US-Dollar an Preisgeld offerieren. Die Korea Open sind gar mit 1,2 Millionen Dollar dotiert und damit das am höchsten dotierte Badmintonturnier in der Geschichte. Wie bewertest Du diese Entwicklung?“

JS: „Das Turnier hat in jedem Fall einen besonderen, sehr hohen, Stellenwert. Badminton wird dadurch auch gegenüber der Öffentlichkeit und den Medien ins rechte Licht gerückt. Die Attraktivität steigt natürlich auch für Letztere, wenn das Preisgeld eine bestimmte Höhe erreicht.
Die Entwicklung geht klar in die richtige Richtung und ich hoffe, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist.“

DBV: „Vielen Dank für das Gespräch und für das nächste Jahr alles Gute!“

Hinweise:
Weitere Informationen über Juliane Schenk erhalten Sie auf der DBV-Homepage unter www.badminton.de (Rubrik „Stars“).

Die Weltranglisten des Badminton-Weltverbandes BWF sind unter www.bwfbadminton.org (Rubrik „Ranking“, Unterrubrik „Current Ranking“) einsehbar. Sie werden jeweils donnerstags (i.d.R. gegen Mittag MEZ bzw. MESZ) aktualisiert.
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